Sunday matinée

This Sunday I want to quote a blog pal’s Monday entry. In general his blog is highly recommendable. He is quite satirical and calls himself franzjosefs, a name strongly suggesting his origins. But sometimes, he is almost poetic. I digress. Here’s the quote from gedaunknsplitta.blog.de by franzjosefs on Monday, March 17th, 2011:

Gott ist nicht hier

Es war Montag. Die Sonne verblutete langsam am Horizont. Aus dem Lautsprecher ertönte die vertraute Stimme: „Golf-Bravo-Alpha-Foxtrott-Mike turn left heading 271 and climb to 4.500.“ Ich wiederholte die Anweisung, bewegte den Lusthebel sachte nach links und die Cessna 208 Grand Caravan tat wie ihr befohlen. Vor mir, also auf dem Bildschirm vor mir, lag das Rote Meer und in etwa neunzig Minuten würde ich in Assuan landen. Meine kleine virtuelle Welt war in Ordnung.

Plötzlich läutete die Gegensprechanlage. Das ist der Vorteil der virtuellen Fliegerei. Man drückt auf „Pause“ und schon kann man sich anderen Dingen widmen. Kaum hatte ich den Hörer abgehoben und ein unfreundliches „Ja, bitte“ Richtung Eingangstür geschmettert, als sich eine weibliche Stimme meldete: „Angesichts der katastrophalen Zustände, die zurzeit auf der Welt herrschen, fragt man sich, ob es noch einen Gott gibt, der sich um einen kümmert.“ Den Bruchteil einer Sekunde war ich sprachlos, da ich mit diesem klerikalen Frontalangriff nicht gerechnet hatte.

Wilde Gedanken schossen mir durch den Kopf. Was stellt sich die Beste vor, was Gott hätte machen sollen? Auf Fukushima brunzen, um den Reaktor effizient zu kühlen und die Kernschmelze zu verhindern, anschließend Gaddafi zum Rapport in die Hölle befördern und zum Schluss noch Ratzinger und seinem Team die Vollmacht entziehen, da diese ihn nicht würdig vertreten?

„Es tut mir leid,“ erwiderte ich höflich. „Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt. Sie haben im fünften Stock geklingelt. Hier ist er jedenfalls nicht. Versuchen Sie doch bitte im Himmel.“

Ich legte auf, begab mich wieder in meine virtuelle Welt und beendete die Pause. Ober mir der Himmel gespickt von einigen harmlosen Wolken. Unter mir das Rote Meer. Und was besonders wichtig war – es teilte sich nicht.

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